Aufforderung in linguistischen Fachtexten

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Abstract

Wie es schon aus dem Titel des Beitrags folgt, geht es hier um Probleme, mit denen sich vor allem die Fachsprachforschung und insbesondere die Wissenschaftslinguistik intensiv befassen, die aber auch die Grammatik unmittelbar angehen. Denn im Fokus stehen bestimmte grammatische Formen, und zwar Imperativformen, die in linguistischen Fachtexten verwendet werden. Kommunikativ gesehen scheint der Imperativ als Aufforderungsmodus in krassem Widerspruch mit den grundlegenden Konventionen der Wissenschaftsdomäne zu stehen. Es ist einfach nicht angebracht, seine Leser und gleichzeitig die potenziell Opponierenden, wenn auch virtuell, zu etwas aufzufordern. Folglich könnte man im Anschluss an Harald Weinrich (1989) und seine drei bekannten Wissenschaftsmaximen (das „Ich-Verbot“, das „Erzähl-Verbot“ und das „Metaphern-Verbot“) auch von einem Imperativ-Verbot – und wenn es so sein sollte – von weiteren Verboten sprechen, z.B. von einem Fragen-Verbot. Denn man fragt in einer wissenschaftlichen Arbeit nicht, wie man das
Original languageGerman
Title of host publicationNefedov S., Grigorieva L., Bock B. (Hrsg.). Deutsch als Bindeglied zwischen Inlands- und Auslandsgermanistik. Beiträge zu den 23. GeSuS-Linguistik-Tagen in Sankt-Petersburg, 22.-24. Juni 2015.
PublisherVerlag Dr. Kovač
Pages375-384
ISBN (Print)978-3-8300-9467-8
StatePublished - 2017

Keywords

  • Aufforderung
  • Fragen-"Verbot"
  • Wissenschaftssprache
  • Imperativsätze
  • Aufforderungssätze

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