Sprachliche Mittel in der Anwendung des Polaritätenprofils bei der Vaterbild-Forschung in der Psychologie

Kristina Manerova, Robert Manerov

Research output

Abstract

Sprache ist ein Metamittel in vielen Geisteswissenschaften, mit dem empirische Forschung in interdisziplinären Bereichen geleistet wird. In der Psychologie umfasst der interdisziplinäre Zugang den linguistischen Ansatz bei der Anwendung des Polaritätsprofils (des semantischen Differenzials) von Ch. Osgood (The Measurement of Meaning, 1957) und Peter Hofstätter (Gruppendynamik. Kritik der Massenpsychologie, 1971): Die Sprache ist ein optimales Instrument für die Ziele der Recherche und für deren Evaluation. In der Vaterbildforschung erlaubt der Ansatz des Polaritätsprofils die Rekonstruktion des individuellen Wertesystems des Vaters: Die Persönlichkeit wird nicht nur aus der Perspektive ihrer objektiven Charakteristika diagnostiziert, sondern in diversen Paradigmen des Selbstkonzeptes wie «отцовство» (Vaterschaft), «образ отца» (Vaterbild), «образ себя как отца» (Selbst-Vaterbild), «реальный образ себя как отца» (reales Selbst-Vaterbild), «конструктивный образ себя как отца» (konstruktives Selbst-Vaterbild), «интегральный образ себя как отца» (integrales Selbst-Vaterbild) abgebildet. Die Leitthese: Im Vergleich zu dem Bild der Mutter hat das Vaterbild eine spezifisch andere Bedeutung, wenn es um die Definition eines Bildes von Vaterschaft geht, was auch unter Anwendung des Polaritätsprofils nachgewiesen werden kann. Nach der Zielsetzung unserer Forschung werden 150 russische Probanden stichprobenartig in drei Gruppen eingeteilt: 1) verheiratete Männer mit Kindern, 2) verheiratete Männer ohne Kinder, 3) männliche Singles ohne Kinder. Die Forschung umfasst zwei Stufen. Auf jeder Stufe bildet die Analyse der sprachlichen Mittel den Ausgangspunkt der Untersuchung. Auf der 1. Stufe werden unter Anwendung des „Twenty statements attitude test“ (TST) von M. Kuhn und Th. McPartland (An Empirical Investigation of Self-Attitudes. American Sociological Review, Vol. 19, No. 1, 1954, pp. 68-76) in einer modifizierten Form (Fortsetzung der Sätze „Vater ist …“ / „Ich als Vater [bin]…“) die gendermäßig und sozial determinierten Vorstellungen und Stereotype von der Vaterrolle ausgewertet. Die Ergebnisse der 1. Auswertung bildeten die Grundlage für die 2. Forschungsstufe, und zwar für die Erstellung der Methode „Das semantische Differenzial Vaterbild“ (Robert Manerov) nach binaren Begriffen, unter Berücksichtigung des grammatischen Geschlechtes bei den Nomen. Im Design der russischen Vaterbildforschung werden binare antonymische bzw. polare Begriffe (z. B. незаботливый – заботливый ‚nicht fürsorglich‘ vs. ‚fürsorglich‘) gewählt und als siebenstufige Skalen festgelegt. Für die Evaluation der Ergebnisse wird sowohl eine linguistische Analyse, als auch das Verfahren der multivariaten Statistik herangezogen. Das Polaritätsprofil findet gemäß der Methode der Autoren eine breite Anwendung, wobei affektive Wortbedeutungen und Wortverbindungen (wie Им нельзя гордиться – Им можно гордиться (‚man kann auf ihn nicht stolz sein‘ vs. ‚man kann auf ihn stolz sein‘) im kombinierten Analyseverfahren als die zu beurteilenden Werte für männliche Testpersonen gelten sollen. Die Spezifik der Methode der Autoren besteht in der Entfaltung des Polaritätsprofils: Die üblichen 25 Skalen des Profils werden bis auf 47 erweitert, wobei dank einem linguistisch orientierten Forschungsdesign auch Wortverbindungen als denotative Skalen mit eingeschlossen sind (wie Не способный на жертвы - Способный на жертвы ‚ nicht zu Opfern bereit‘ vs. ‚zu Opfern bereit‘). Die Auswahl der zu bewertenden Begriffe erfolgt unter Beachtung polarer, kontradiktorischer und vektorieller Antonymie im Russischen.
Original languageGerman
Title of host publicationResearch on language and languages: disciplines and interdisciplinarity
Subtitle of host publicationBook of abstracts
Editors Sławomira Kołsut, Łukasz S. Kumięga
Place of PublicationWarsaw
Pages83
Publication statusPublished - May 2019
EventResearch on language and languages:
disciplines and interdisciplinarity: 27.GeSuS-Jahrestagung
- Варшавский университет, Варшава
Duration: 30 May 20191 Jun 2019
https://www.polsl.pl/Wydzialy/RK/Strony/Konferencja_GeSuS_Jahrestagung_2019.aspx

Conference

ConferenceResearch on language and languages:
disciplines and interdisciplinarity
CountryPoland
CityВаршава
Period30/05/191/06/19
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Manerova, K., & Manerov, R. (2019). Sprachliche Mittel in der Anwendung des Polaritätenprofils bei der Vaterbild-Forschung in der Psychologie. In S. Kołsut, & Ł. S. Kumięga (Eds.), Research on language and languages: disciplines and interdisciplinarity: Book of abstracts (pp. 83). Warsaw.
Manerova, Kristina ; Manerov, Robert . / Sprachliche Mittel in der Anwendung des Polaritätenprofils bei der Vaterbild-Forschung in der Psychologie. Research on language and languages: disciplines and interdisciplinarity: Book of abstracts. editor / Sławomira Kołsut ; Łukasz S. Kumięga. Warsaw, 2019. pp. 83
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Manerova, K & Manerov, R 2019, Sprachliche Mittel in der Anwendung des Polaritätenprofils bei der Vaterbild-Forschung in der Psychologie. in S Kołsut & ŁS Kumięga (eds), Research on language and languages: disciplines and interdisciplinarity: Book of abstracts. Warsaw, pp. 83, Варшава, 30/05/19.

Sprachliche Mittel in der Anwendung des Polaritätenprofils bei der Vaterbild-Forschung in der Psychologie. / Manerova, Kristina ; Manerov, Robert .

Research on language and languages: disciplines and interdisciplinarity: Book of abstracts. ed. / Sławomira Kołsut; Łukasz S. Kumięga. Warsaw, 2019. p. 83.

Research output

TY - GEN

T1 - Sprachliche Mittel in der Anwendung des Polaritätenprofils bei der Vaterbild-Forschung in der Psychologie

AU - Manerova, Kristina

AU - Manerov, Robert

N1 - K.Manerova, R.Manerov. Sprachliche Mittel in der Anwendung des Polaritätenprofils bei der Vaterbildforschung in der Psychologie//Research on language and languages:disciplines and interdisciplinarity. Warsaw, 30 May – 1 June 2019. 27. GeSuS-Jahrestagung. Books of Abstracts. 2019. S.83

PY - 2019/5

Y1 - 2019/5

N2 - Sprache ist ein Metamittel in vielen Geisteswissenschaften, mit dem empirische Forschung in interdisziplinären Bereichen geleistet wird. In der Psychologie umfasst der interdisziplinäre Zugang den linguistischen Ansatz bei der Anwendung des Polaritätsprofils (des semantischen Differenzials) von Ch. Osgood (The Measurement of Meaning, 1957) und Peter Hofstätter (Gruppendynamik. Kritik der Massenpsychologie, 1971): Die Sprache ist ein optimales Instrument für die Ziele der Recherche und für deren Evaluation. In der Vaterbildforschung erlaubt der Ansatz des Polaritätsprofils die Rekonstruktion des individuellen Wertesystems des Vaters: Die Persönlichkeit wird nicht nur aus der Perspektive ihrer objektiven Charakteristika diagnostiziert, sondern in diversen Paradigmen des Selbstkonzeptes wie «отцовство» (Vaterschaft), «образ отца» (Vaterbild), «образ себя как отца» (Selbst-Vaterbild), «реальный образ себя как отца» (reales Selbst-Vaterbild), «конструктивный образ себя как отца» (konstruktives Selbst-Vaterbild), «интегральный образ себя как отца» (integrales Selbst-Vaterbild) abgebildet. Die Leitthese: Im Vergleich zu dem Bild der Mutter hat das Vaterbild eine spezifisch andere Bedeutung, wenn es um die Definition eines Bildes von Vaterschaft geht, was auch unter Anwendung des Polaritätsprofils nachgewiesen werden kann. Nach der Zielsetzung unserer Forschung werden 150 russische Probanden stichprobenartig in drei Gruppen eingeteilt: 1) verheiratete Männer mit Kindern, 2) verheiratete Männer ohne Kinder, 3) männliche Singles ohne Kinder. Die Forschung umfasst zwei Stufen. Auf jeder Stufe bildet die Analyse der sprachlichen Mittel den Ausgangspunkt der Untersuchung. Auf der 1. Stufe werden unter Anwendung des „Twenty statements attitude test“ (TST) von M. Kuhn und Th. McPartland (An Empirical Investigation of Self-Attitudes. American Sociological Review, Vol. 19, No. 1, 1954, pp. 68-76) in einer modifizierten Form (Fortsetzung der Sätze „Vater ist …“ / „Ich als Vater [bin]…“) die gendermäßig und sozial determinierten Vorstellungen und Stereotype von der Vaterrolle ausgewertet. Die Ergebnisse der 1. Auswertung bildeten die Grundlage für die 2. Forschungsstufe, und zwar für die Erstellung der Methode „Das semantische Differenzial Vaterbild“ (Robert Manerov) nach binaren Begriffen, unter Berücksichtigung des grammatischen Geschlechtes bei den Nomen. Im Design der russischen Vaterbildforschung werden binare antonymische bzw. polare Begriffe (z. B. незаботливый – заботливый ‚nicht fürsorglich‘ vs. ‚fürsorglich‘) gewählt und als siebenstufige Skalen festgelegt. Für die Evaluation der Ergebnisse wird sowohl eine linguistische Analyse, als auch das Verfahren der multivariaten Statistik herangezogen. Das Polaritätsprofil findet gemäß der Methode der Autoren eine breite Anwendung, wobei affektive Wortbedeutungen und Wortverbindungen (wie Им нельзя гордиться – Им можно гордиться (‚man kann auf ihn nicht stolz sein‘ vs. ‚man kann auf ihn stolz sein‘) im kombinierten Analyseverfahren als die zu beurteilenden Werte für männliche Testpersonen gelten sollen. Die Spezifik der Methode der Autoren besteht in der Entfaltung des Polaritätsprofils: Die üblichen 25 Skalen des Profils werden bis auf 47 erweitert, wobei dank einem linguistisch orientierten Forschungsdesign auch Wortverbindungen als denotative Skalen mit eingeschlossen sind (wie Не способный на жертвы - Способный на жертвы ‚ nicht zu Opfern bereit‘ vs. ‚zu Opfern bereit‘). Die Auswahl der zu bewertenden Begriffe erfolgt unter Beachtung polarer, kontradiktorischer und vektorieller Antonymie im Russischen.

AB - Sprache ist ein Metamittel in vielen Geisteswissenschaften, mit dem empirische Forschung in interdisziplinären Bereichen geleistet wird. In der Psychologie umfasst der interdisziplinäre Zugang den linguistischen Ansatz bei der Anwendung des Polaritätsprofils (des semantischen Differenzials) von Ch. Osgood (The Measurement of Meaning, 1957) und Peter Hofstätter (Gruppendynamik. Kritik der Massenpsychologie, 1971): Die Sprache ist ein optimales Instrument für die Ziele der Recherche und für deren Evaluation. In der Vaterbildforschung erlaubt der Ansatz des Polaritätsprofils die Rekonstruktion des individuellen Wertesystems des Vaters: Die Persönlichkeit wird nicht nur aus der Perspektive ihrer objektiven Charakteristika diagnostiziert, sondern in diversen Paradigmen des Selbstkonzeptes wie «отцовство» (Vaterschaft), «образ отца» (Vaterbild), «образ себя как отца» (Selbst-Vaterbild), «реальный образ себя как отца» (reales Selbst-Vaterbild), «конструктивный образ себя как отца» (konstruktives Selbst-Vaterbild), «интегральный образ себя как отца» (integrales Selbst-Vaterbild) abgebildet. Die Leitthese: Im Vergleich zu dem Bild der Mutter hat das Vaterbild eine spezifisch andere Bedeutung, wenn es um die Definition eines Bildes von Vaterschaft geht, was auch unter Anwendung des Polaritätsprofils nachgewiesen werden kann. Nach der Zielsetzung unserer Forschung werden 150 russische Probanden stichprobenartig in drei Gruppen eingeteilt: 1) verheiratete Männer mit Kindern, 2) verheiratete Männer ohne Kinder, 3) männliche Singles ohne Kinder. Die Forschung umfasst zwei Stufen. Auf jeder Stufe bildet die Analyse der sprachlichen Mittel den Ausgangspunkt der Untersuchung. Auf der 1. Stufe werden unter Anwendung des „Twenty statements attitude test“ (TST) von M. Kuhn und Th. McPartland (An Empirical Investigation of Self-Attitudes. American Sociological Review, Vol. 19, No. 1, 1954, pp. 68-76) in einer modifizierten Form (Fortsetzung der Sätze „Vater ist …“ / „Ich als Vater [bin]…“) die gendermäßig und sozial determinierten Vorstellungen und Stereotype von der Vaterrolle ausgewertet. Die Ergebnisse der 1. Auswertung bildeten die Grundlage für die 2. Forschungsstufe, und zwar für die Erstellung der Methode „Das semantische Differenzial Vaterbild“ (Robert Manerov) nach binaren Begriffen, unter Berücksichtigung des grammatischen Geschlechtes bei den Nomen. Im Design der russischen Vaterbildforschung werden binare antonymische bzw. polare Begriffe (z. B. незаботливый – заботливый ‚nicht fürsorglich‘ vs. ‚fürsorglich‘) gewählt und als siebenstufige Skalen festgelegt. Für die Evaluation der Ergebnisse wird sowohl eine linguistische Analyse, als auch das Verfahren der multivariaten Statistik herangezogen. Das Polaritätsprofil findet gemäß der Methode der Autoren eine breite Anwendung, wobei affektive Wortbedeutungen und Wortverbindungen (wie Им нельзя гордиться – Им можно гордиться (‚man kann auf ihn nicht stolz sein‘ vs. ‚man kann auf ihn stolz sein‘) im kombinierten Analyseverfahren als die zu beurteilenden Werte für männliche Testpersonen gelten sollen. Die Spezifik der Methode der Autoren besteht in der Entfaltung des Polaritätsprofils: Die üblichen 25 Skalen des Profils werden bis auf 47 erweitert, wobei dank einem linguistisch orientierten Forschungsdesign auch Wortverbindungen als denotative Skalen mit eingeschlossen sind (wie Не способный на жертвы - Способный на жертвы ‚ nicht zu Opfern bereit‘ vs. ‚zu Opfern bereit‘). Die Auswahl der zu bewertenden Begriffe erfolgt unter Beachtung polarer, kontradiktorischer und vektorieller Antonymie im Russischen.

KW - семантический дифференциал

KW - языковые средства

KW - междисциплинарность

KW - ПСИХОСЕМАНТИКА

M3 - статья в сборнике материалов конференции

SP - 83

BT - Research on language and languages: disciplines and interdisciplinarity

A2 - Kołsut, Sławomira

A2 - Kumięga, Łukasz S.

CY - Warsaw

ER -

Manerova K, Manerov R. Sprachliche Mittel in der Anwendung des Polaritätenprofils bei der Vaterbild-Forschung in der Psychologie. In Kołsut S, Kumięga ŁS, editors, Research on language and languages: disciplines and interdisciplinarity: Book of abstracts. Warsaw. 2019. p. 83